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Der Gepard
Acinonyx jubatus (Schreber, 1775)
Autoren: Frank Huber, Carolin Steinbeisser,

Die bernsteinfarbenen Augen dieser Katze haben es mir besonders angetan. Mehr noch als alles andere, was ihre Art so besonders macht: Ihr grazieler Körperbau, ihre unglaubliche Wendigkeit und Schnelligkeit, ihre Art der Jungenaufzucht, ihre Fellzeichnung, ihre Kommunikation. Eine besonders beeindruckende Schönheit. Eine Schönheit aber, die vielerorts noch immer erbarmunglos gejagt wird. Legal wie illegal. Ob als Trophäe und einfach nur aus Spaß und Langeweile oder als unliebsamer Schädling auf dem Grundbesitz der Farmer. Es liegt an uns dieser Raubkatze ihren angestammten Platz auf diesem Planeten zu erhalten und viel wichtiger noch: zu respektieren und anzuerkennen. Ohne sie wären die Savannen Afrikas nur noch halb so schön.


Verbreitungsgebiet



Lebensraum
Geparde leben überwiegend in den Savannen-Gebieten südlich der Sahara und östlich der Regenwälder Zentralafrikas, sie sind aber auch in Teilen Asiens verbreitet. So gibt es kleinere Populationen im Iran, in der Türkei und Indien. Namibia hat mit ca. 2500 Tieren die größte Gepardenpopulation.
Unterarten
Acinonyx jubatus jubatus
Acinonyx jubatus fearsoni
Acinonyx jubatus hecki
Acinonyx jubatus soemmeringii
Acinonyx jubatus venaticus
Südafrika
Ostafrika
Nordafrika
Nigeria, Somalia
Süd-West Asien

Größe/Gewicht
Körperlänge:
Schwanzlänge:
Körperhöhe(bis Schulterblatt):
Gewicht:
100-150cm
70-95cm
60-80cm
30-40kg beim Weibchen bzw.
45-55kg beim Männchen


Der Königsgepard ist eine seltene Mutation
Fellzeichnung
Geparde haben ein gelb-goldenes Fell mit schwarzen Flecken. Das Bauchfell ist weiß. Der Königsgepard hat im Gegensatz zum „normalen“ Geparden größere schwarze Flecken, die teilweise zu Streifen verschmelzen. Er ist übrigens nicht - wie vielfach angenommen - eine eigene Unterart des Geparden. Charakteristisch für den Geparden sind außerdem die schwarzen Tränenstreifen, die von den Augen bis zu den Mundwinkeln reichen.
Diese Tränenstreifen der Geparden werden in einer Geschichte der Zulu (Afrikanische Volksgruppe) erklärt,in der ein fauler Jäger einen Wurf Geparden stiehlt, um die Welpen bei der Jagd einzusetzen. Ihre Mutter weint einen Tag und eine Nacht lang, bis ein Stammesangehöriger sie hörte. Sie erzählte ihm ihre Geschichte. Er widerum gab sie an den Stammesältesten der Zulu weiter. Der Jäger wurde so aus dem Dorf vertrieben,weil er ehrlos andere Hilfsmittel zur Jagd einsetzen wollte als persönliche Kraft und Können.Die Welpen wurden zu ihrer Mutter zurückgebracht,aber die Tränen hatten ihr Gesicht fürs Leben gezeichnet - und für alle zukünftigen Generationen.

Sinnesorgane
Die Augen des Geparden sind nach Vorne gerichtet, so dass sie durch die Überschneidung der Seefelder, Entfernungen sehr gut einschätzen können. Für die Jagd ist dies lebensnotwendig. Wie alle Katzen kann der Gepard durch eine lichtreflektierende Schicht in der Netzhaut, auch Nachts hervorragend sehen. Die Ohren dienen der Orientierung. Durch ihre Beweglichkeit ermöglichen sie ein ausgeprägtes räumliches Hören.
Lebensweise
Grundsätzlich sind Geparde Einzelgänger, aber es kommt durchaus vor, dass 3-4 männliche Geparde eine Gruppe bilden, um ihr Territorium und ihre Beute besser zu verteidigen und für einen größeren Jagderfolg. In Gebieten mit hoher Anzahl konkurrierender Raubtiere, wie Löwen, Leoparden und Hyänen, wurden auch schon Gruppen mit mehr Tieren beobachtet. wie alle Katzen, markieren Geparde ihre Reviergrenzen mit Urin und Kratzspuren an Bäumen.
Paarungsverhalten
Weibchen sind nach ca. 2,5-3 Jahren paarungsbereit. Männliche Geparden brauchen ein Jahr länger. Nur während der Paarungszeit wird das Männchen vom Weibchen geduldet. Das Männchen erkennt am Urin des Weibchens, ob es paarungsbereit ist. Dies geschieht mit Hilfe des Jacobsonschen Organs. Dabei zieht das Männchen die Oberlippe zurück. Dieses Verhalten nennt man Flehmen. Auch wenn das Männchen die Paarungsbereitschaft des Weibchens überprüft, den eigentlichen Zeitpunkt der Paarung bestimmt allein sie. Sie ist für einen Zeitraum von 6-7 Tagen empfängnisbereit. Die eigentliche Paarung dauert 4-5 Tage, ca. 4 mal die Stunde, ohne Unterbrechung. Nach einer Erfolgreichen Befruchtung ist die Gepardin ca. 95 Tage lang trächtig.
Jungenaufzucht
Nach einer Trächtigkeit von ca. 95 Tagen kommen in der Regel 3 - 5 (in Ausnahmefällen auch bis zu 8) Junge zur Welt, diese werden ca. 3 Monate gesäugt bevor sie langsam von der Mutter entwöhnt werden.
Die charakteristische silbergraue Rückenmähne der Jungen, die der Tarnung dient, verschwindet nach ca. 10 Wochen. Von der Mutter lernen die Jungen überlebenswichtige Jagdtechniken, wie anschleichen, hetzen und töten der Beute. Die Jungen müssen ihre Mutter verlassen, sobald sie wieder paarungsbereit ist.
Die Welpen haben ein Geburtsgewicht von 250 - 300 g und die Sterblichkeitsrate liegt bei 80 - 90%.
Die Mutter wechselt ungefähr alle 4 - 5 Tage das Versteck, weil viele Gepardenjunge von Löwen oder Leoparden gerissen werden.
Jagdverhalten

Der Gepard schleicht sich auf bis zu 50m an seine Beute heran und hetzt dann mit bis zu 115 km/h hinter derselben her. Dabei beschleunigt er in 4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Kein anderes Festlandraubtier ist schneller als der Gepard. Allerdings überhitzt er sehr schnell, sodass theoretisch schon eine Jagd über 500 Meter tödlich sein kann. Nach einer Hetzjagd ist der Gepard so erschöpft, dass er eine halbe Stunde lang nicht in der Lage ist zu fressen. In dieser Zeit verliert er seine Beute häufig an Konkurrenten, wie Hyäne und Leopard. Hinzu kommt, dass Geparden keine Fettreserven besitzen und bei der Jagd seht viel Energie benötigen. Was viele nicht wissen: Ein Gepard tötet seine Beute nur, wenn er sie vorher selbst oder mit seinen Gefährten gehetzt hat. So wurde beobachtet, wie sich an ein Gepard an eine Antilope anschlich und gerade zum Sprint ansetzte, als er merkte das die Beute nicht flüchtete. Er hätte sie ohne Probleme fangen können. Dieses auf den ersten Blick seltsame Verhalten lässt sich so erklären: Ein Gepard tötet seine Beute, indem er sie erstickt. Nach einer Hetzjagd sind die Sauerstoffreserven der Beute soweit aufgebraucht, dass der Erstickungstod nach wenigen Minuten eintritt. Bei einer Antilope, die ihre Sauerstoffreserven nicht verbraucht hat, dauert es um ein vielfaches länger, bis sie tot ist. Für den Geparden gilt: Je länger die Beute lebt, desto länger kann sie sich wehren und desto größer ist sein Verletzungsrisiko.


Wissenswert
Vor ca. 10000 Jahren wurde der gesamte Gepardenbestand durch eine Seuche auf einige hundert Exemplare reduziert. Die Folge ist ein sehr eng gesteckter Gen-Pool und eine verminderte Zeugungsfähigkeit. In Verhältnis zu anderen Katzen haben Geparde 90% weniger Spermien und von den restlichen 10% weisen 75% Abnormalitäten auf. Eine erneute Epidemie würde wahrscheinlich zu einer Katastrophe führen. Der Bestand der Geparden ist außerdem durch Farmer bedroht, die Geparde aus Angst um ihr Vieh in Fallen locken und töten.
Früher richtete man Geparden auch zu sogenannten "Jagdleoparden" ab. Sie wurden dann auf der Jagd hinter ihren Betreuern auf den Pferden mitgenommen. Erwachsene Tiere waren leichter zu dressieren als Jungtiere und es wurden raffinierte Fallen entwickelt, um sie zu fangen.
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