Das Sauerland könnte nach Expertenmeinung Heimat einer weiteren Luchspopulation von etwa 50 Tieren werden. Doch noch stehen viele Überlegungen der Wiedereinbürgerung im Wege.
Die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung verbessert und vor allem Vorurteile aus dem Weg geräumt werden. Für den Menschen stellt ein
Luchs absolut keine Gefahr dar. "Die Tiere sind extrem scheu, man wird sie kaum zu Gesicht bekommen", berichtete Kermes. Auseinandersetzungen mit Hunden dagegen, könnten für diese jedoch gefährlich werden. Versuche zum Beispiel ein Hund dem Luchs die Beute streitig zu machen, behielte der Luchs in der Regel die Oberhand. Ebenfalls in die Planungen einbezogen werden müssen die Schäfer, denn auch wenn ihnen selbst durch den Luchs keine Gefahr entstehe, bestehe durchaus eine Gefahr für Herde und Hütehunde.
Die Auswirkungen einer Wiederansiedelung würden auch die Jäger zu spüren bekommen da durch die Präzens des Luchses das Wild zum einen scheuer werde, zum anderen der Luchs den Rehbestand auf nätürliche Weise dezimieren würde. 30 bis 60 Rehe würde ein Luchs im Jahr reißen.
Neben der gesellschaftlichen Akzeptanz spielen aber auch noch andere Überlegungen eine Rolle. So muß auf langfristige Sicht für eine Blutauffrischung der Population gesorgt sein. Dies geschiet am idealsten durch Migration zu und aus benachbarten Luchspopulationen. Dafür allerdings muss eine Vernetzung der Lebensräume, beispielsweise mit dem Pfälzer Wald oder dem Harz, in denen bereits wilde Luchse leben vorangetrieben werden. Kein unmöglliches aber ein schwieriges Unterfangen.
Trotz dieser zahlreichen Probleme stehen die Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten (LÖBF) und auch Experten der Universität Bochum, die das Projekt begleiten, dem Luchs-Auswilderungsprojekt positiv gegenüber.
Quelle:Märkischer Zeitungsverlag