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Autoren: Frank Huber, Ernst Probst

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Montag, 15.08.2005

Zoll findet 24 Schädel bedrohter Tiger
(von Frank Huber)

Pressemeldung des WWF:
Auf einem aus Indonesien angelandeten Schiff beschlagnahmte der taiwanesische Zoll im Hafen Kaohsiung 140 Kilogramm Tigerknochen, darunter 24 Schädel. Die Knochen waren in einer Kiste mit Hirschgeweihen versteckt. Sie stammen mit großer Wahrscheinlichkeit von am Rande des Aussterbens stehenden Sumatra-Tigern. Deren Bestand wird auf nur noch 400 bis 500 Tiere geschätzt. Es handelt sich laut WWF um einen der größten Funde in der Geschichte des Tigerschmuggels. Den Schmugglern droht nach taiwanesischem Recht eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren und eine Geldstrafe von bis zu 1.500.000 Taiwanesischen Dollar (etwa 38.000 Euro).

„Wenn es so weitergeht, wird am Ende auch noch der letzte Sumatra-Tiger skrupellosen Wilderern zum Opfer fallen“, warnt WWF-Artenschützer Stefan Ziegler. Indonesien hat bereits zwei von drei Tiger-Unterarten – den Java- und den Bali-Tiger – durch Wilderei und Zerstörung der Regenwälder verloren.

Zwar verbietet das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES den internationalen kommerziellen Handel mit Tigern und Tigerprodukten. Laut einer im letzten Jahr veröffentlichten Studie von TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm des WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, werden trotzdem Jahr für Jahr etwa 50 Sumatra-Tiger gewildert. Wichtigste Abnehmerländer für Knochen, Zähne, Haare oder Hoden der seltenen Raubkatzen sind neben Taiwan, Korea, China, Japan auch Singapur und Malaysia. Die Körperteile gelten in der traditionellen asiatischen Medizin als geschätzte Heilmittel.

Während der WWF das entschlossene Vorgehen der taiwanesischen Behörden begrüßt, fordern die Naturschützer von der indonesischen Regierung mehr Einsatz für den Sumatra-Tiger. „Die Märkte und Handelsketten vor allem in Nord-Sumatra müssen stärker kontrolliert werden. Nur mehr motivierte Wildhüter und härtere Strafen gegen Wilderer können das Morden aus Profitgier stoppen“, so Ziegler. Der WWF Deutschland engagiert sich durch die Finanzierung von Anti-Wilderer-Einheiten und Schutzgebieten für die Rettung der Sumatra-Tiger.

Die bislang größte Menge Tigerknochen wurde 1993 in Indien beschlagnahmt. Damals fanden die Behörden 293 Kilogramm. Ebenfalls in Indien fand man im Jahr 2000 über 175 Kilogramm Tigerknochen. Derzeit gibt es noch sechs Tiger-Unterarten, ihre Gesamtzahl wird auf höchstens 7.000 Tiere geschätzt.

Quelle:
WWF



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