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Der Tiger
Panthera tigris (Linnaeus, 1758)
Autoren: Frank Huber, Alexander Saurer,

Verbreitungsgebiet

Tiger im Zoo von Budapest
Foto: Szekér Ottó

Die größte Raubkatze der Erde wurde um 19 v. Chr. von den Römern nach Europa gebracht und für die Zirkusspiele und als Haustier gehalten. Nach dem Fall des römischen Reiches sah man erst 1478 wieder einen Tiger in Europa, aber bis dahin hatte er sich einen unverdienten Ruf als wilde, gerissene und feige Bestie erworben, der es am legendären Mut des Löwen mangelte.

Der Tiger ist in ganz Asien beheimatet. Er lebt nicht nur in tropischen Gebieten, sondern auch in den kalten Höhen des Himalajas (bis zu 3000m) und in den nördlichen Nadelwäldern.


Panthera tigris altaica
Panthera tigris amoyensis
Panthera tigris corbetti
Panthera tigris sumatrae
Panthera tigris tigris

Panthera tigris jacksoni

Süd-Ost Russland
südliches China
Indochina
Sumatra
Indien

Malaysia                          

Amurtiger, Sibirischer Tiger
Chinesischer Tiger
Indochina-Tiger
Sumatra-Tiger
Bengaltiger, Königstiger

Malaysia-Tiger

Ausgestorben:
Panthera tigris balica
Panthera tigris sondaica
Panthera tigris virgata


Bali
Java
Gebiet um Caspian ?

Bali-Tiger
Java-Tiger
Persischer Tiger

Körperlänge:
Schwanzlänge:
Körperhöhe(bis Schulterblatt):
Gewicht:

Geburtslänge:
Geburtsgewicht:
Höchstalter:
100 - 280 cm
60 - 110 cm
100 – 120 cm
120 –170 kg (Weibchen)
190 –300 kg (Männchen)
45-55 cm
800-1500 g
8-10 Jahre (in Zoos bis 26 J.)

Fellzeichnung
Tiger haben gelb-oranges bis dunkel-oranges Fell mit schwarzen vertikalen Streifen. Das Bauchfell ist weiß. Bengal-Tiger können auch vollkommen weiß sein (siehe dazu: "Weiße Tiger"). Des weiteren gibt es noch die seltenen gold-gelben Tiger mit hellbraunen Streifen. Berichte über schwarze Tiger konnten bisher noch nicht bestätigt werden.

Lebensweise

Wie fast alle Katzen sind Tiger ausgesprochene Einzelgänger, die Artgenossen so weit es geht aus dem Weg gehen - allerdings fressen sie mitunter gemeinsam mit ihren Weibchen. Sie markieren ihr Revier (20-300 km²; im kargen Sibirien sogar bis zu 1000 Quadratkilometer) mit Hilfe von Urin und Kratzspuren an auffälligen Orten.

Ihre Grundbedürfnisse sind dichter Unterschlupf, Zugang zu Wasser und ausreichend große Beutetiere.


Paarungsverhalten
Nur zur Paarung treffen Männchen und Weibchen aufeinander. Der Tiger überprüft die Paarungsbereitschaft des Weibchens, mit Hilfe des Jacobsonschen Organs, das sich am oberen Gaumen befindet. Dabei öffnet das Männchen leicht das Maul und zieht die Oberlippe zurück. Dieses Verhalten nennt man Flehmen. Ist das Weibchen Paarungsbereit kopulieren beide 4-6 Tage lang, 4 mal in der Stunde. Während des Paarungsaktes verbeißt sich das Männchen im Nacken des Weichens.

Bei erfolgreicher Paarung kommen nach ca. 105 Tagen 2-3 Junge zur Welt. Diese werden ca. 2 Monate lang gesäugt, bevor sie langsam entwöhnt werden. Sie müssen ihre Mutter verlassen, sobald diese erneut Paarungsbereit ist. Nach 3-4 Jahren werden die Tiger geschlechtsreif und können ihrerseits Jungen in die Welt setzen.


Jagdverhalten
Tiger jagen vorwiegend nachts alles, was sich in ihrem Revier befindet, zum Beispiel Wild, Gaure, Büffel, Bären, Wölfe, Luchse, Dachse, Wildschweine, Vieh und kleinere Tiere wie Affen, Vögel, Reptilien und Fische. Selbst Elefanten und junge Nashörner können Beute des Tigers werden. Sie fressen pro Tag ca. 15 - 18 kg Fleisch (Sibirische Tiger sollen schon bis zu 50 kg Fleisch auf einmal gefressen haben!)und können bei einer nächtlichen Jagd bis zu 32 km zurücklegen.

Der schwere Tiger kann nicht so weit springen wie ein Puma oder ein Leopard. Deshalb schleicht er sich meist auf 10 - 20 m an, stürmt dann (in der Regel von hinten) auf die Beute los, greift sie mit den Zähnen im Genick und zieht sie mit den Vorderpfoten zu Boden. Dann beißt er ihr entweder das Genick durch oder packt sie mit den Zähnen und erstickt sie.

Allerdings sind Tiger generell  nur bei etwa einem von zwanzig Angriffen erfolgreich - ein Wildschwein zum Beispiel kann einen Tiger durchaus töten.


Wissenswertes

Der Bestand der Tiger im Jahr 1996:


Sibirischer Tiger
Sumatra Tiger
Bengal (Königs-) Tiger
Chinesischer Tiger
Indochina-Tiger
freilebend
350 - 500
400 - 500
3030 - 4735
20 - 30
1180 - 1790
In Zoos
550
200
300
50
30

Alle fünf noch existierenden Unterarten sind vom Aussterben bedroht.


Hinter Bambus verborgen, aber dennoch alles gut im Blick.
Foto: © Ula Idzikowska
Möglich, dass wir den Tiger nicht wahrgenommen hätten, wenn er sich so hinter dem Bambus versteckt, er aber hätte uns ganz gewiss bemerkt.

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