Die größte Raubkatze der Erde wurde um 19 v. Chr. von den Römern nach Europa gebracht und für die Zirkusspiele und als Haustier gehalten. Nach dem Fall des römischen Reiches sah man erst 1478 wieder einen Tiger in Europa, aber bis dahin hatte er sich einen unverdienten Ruf als wilde, gerissene und feige Bestie erworben, der es am legendären Mut des Löwen mangelte. Der Tiger ist in ganz Asien beheimatet. Er lebt nicht nur in tropischen Gebieten, sondern auch in den kalten Höhen des Himalajas (bis zu 3000m) und in den nördlichen Nadelwäldern.
Fellzeichnung Tiger haben gelb-oranges bis dunkel-oranges Fell mit schwarzen vertikalen Streifen. Das Bauchfell ist weiß. Bengal-Tiger können auch vollkommen weiß sein (siehe dazu: "Weiße Tiger"). Des weiteren gibt es noch die seltenen gold-gelben Tiger mit hellbraunen Streifen. Berichte über schwarze Tiger konnten bisher noch nicht bestätigt werden. Lebensweise Wie fast alle Katzen sind Tiger ausgesprochene Einzelgänger, die Artgenossen so weit es geht aus dem Weg gehen - allerdings fressen sie mitunter gemeinsam mit ihren Weibchen. Sie markieren ihr Revier (20-300 km²; im kargen Sibirien sogar bis zu 1000 Quadratkilometer) mit Hilfe von Urin und Kratzspuren an auffälligen Orten. Ihre Grundbedürfnisse sind dichter Unterschlupf, Zugang zu Wasser und ausreichend große Beutetiere. Paarungsverhalten Nur zur Paarung treffen Männchen und Weibchen aufeinander. Der Tiger überprüft die Paarungsbereitschaft des Weibchens, mit Hilfe des Jacobsonschen Organs, das sich am oberen Gaumen befindet. Dabei öffnet das Männchen leicht das Maul und zieht die Oberlippe zurück. Dieses Verhalten nennt man Flehmen. Ist das Weibchen Paarungsbereit kopulieren beide 4-6 Tage lang, 4 mal in der Stunde. Während des Paarungsaktes verbeißt sich das Männchen im Nacken des Weichens. Bei erfolgreicher Paarung kommen nach ca. 105 Tagen 2-3 Junge zur Welt. Diese werden ca. 2 Monate lang gesäugt, bevor sie langsam entwöhnt werden. Sie müssen ihre Mutter verlassen, sobald diese erneut Paarungsbereit ist. Nach 3-4 Jahren werden die Tiger geschlechtsreif und können ihrerseits Jungen in die Welt setzen. Jagdverhalten Der schwere Tiger kann nicht so weit springen wie ein Puma oder ein Leopard. Deshalb schleicht er sich meist auf 10 - 20 m an, stürmt dann (in der Regel von hinten) auf die Beute los, greift sie mit den Zähnen im Genick und zieht sie mit den Vorderpfoten zu Boden. Dann beißt er ihr entweder das Genick durch oder packt sie mit den Zähnen und erstickt sie. Allerdings sind Tiger generell nur bei etwa einem von zwanzig Angriffen erfolgreich - ein Wildschwein zum Beispiel kann einen Tiger durchaus töten. Wissenswertes Der Bestand der Tiger im Jahr 1996:
Alle fünf noch existierenden Unterarten sind vom Aussterben bedroht.
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